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Astrozytom II
Bei den diffusen Astrozytomen handelt es sich um feingeweblich gut differenzierte Gliome, die langsam und ohne scharfe Grenze zum umliegenden Hirngewebe wachsen. Sie werden als WHO-Grad II eingestuft und gehören somit zu den weniger bösartigen (niedermalignen) Hirntumoren. Der überwiegende Teil diffuser Astrozytome erfährt über die Jahre eine Malignisierung.
Histologie der diffusen Astrozytome
- fibrilläres Astrozytom: von Gliafasern durchzogen, mittlere Zelldichte
- protoplasmatisches Astrozytom: keine Gliafaservermehrung, mittlere Zelldichte
- gemistozytisches Astrozytom: zellplasmareich, hohe Zelldichte
Epidemiologie der diffusen Astrozytome
- Altersgipfel liegt zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr
- nur ca. 10 % treten bei Patienten unter 20 Jahren auf
- Männer sind etwas häufiger betroffen
Symptome der diffusen Astrozytome
- stark von der Lokalisation des Hirntumor abhängig
- Hauptsymptom sind epileptische Anfälle
- Hirndruckzeichen (Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Lethargie)
- psychische Störungen (Persönlichkeitsveränderungen)
- neurologische Defizite (Empfindungsstörungen, Schmerzen, Lähmungen)
- viele Patienten sind vor dem erstmalige Auftreten lange Zeit symptomfrei
Diagnose der diffusen Astrozytome
- Diagnose mittels CT, MRT und Biopsie
- nicht kontrastmittelaufnehmende Raumforderung mit unscharfem Rand
- teilweise geringes Marklagerödem
- selten Verkalkungen, Zysten und kleine kontrastmittelaufnehmende Areale
- ggf. zusätzlich PET- und SPECT-Untersuchungen
- entwickeln sich in der weißen Substanz beider Hemisphären
- Hauptlokalisation: Frontal- und Temporallappen, können aber im gesamten zentralen Nervensystem vorkommen
- gehäuftes Auftreten bei Patienten mit Neurofibromatose Typ I
- Fehldiagnose: Hirninfarkt
Therapie der diffusen Astrozytome
- größtmögliche operative Entfernung des Hirntumor
- bei patientenspezifischen Risikofaktoren ggf. Strahlentherapie
- insbesondere bei Kindern statt Stahlentherapie ggf. Chemotherapie
Rezidiv-Therapie der diffusen Astrozytome
- Re-Operation des Hirntumors
- (Re-)Strahlentherapie, ggf. stereotaktische Bestrahlung
- Chemotherapie mit unterschiedlichen Therapeutika
- experimentelle Therapieverfahren
Nachsorge der diffusen Astrozytome
- postoperative Bildgebung 72 Stunden nach der OP zur weiteren Therapieplanung
- erste Kontrolluntersuchung 6 Wochen nach Therapie (MRT als Methode der Wahl)
- danach alle 3, bei konstantem Befund alle 6 Monate
- zusätzliche neurologische Untersuchungen je nach Einzelfall
- im Fall einer Progression oder Kontrastmittelaufnahme zusätzlich PET, SPECT
Verlauf der diffusen Astrozytome
- meist lokales Wachstum mit infiltrierendem Charakter
- Neigung zum Übergang in ein anaplastisches Astrozytom oder ein Glioblastom
Prognose der diffusen Astrozytome
- abhängig von feindiagnostischer Histologie, Lokalisation und Resektionsgrad des Hirntumors
- fibrilläre Variante prognostisch günstiger als gemistozytische
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