Glioblastom

Das Glioblastom (Glioblastoma multiforme) ist ein hirneigener Tumor und wird laut WHO-Klassifikation als Grad IV eingestuft.

 

Histologie

  • weist Nekrosen und Einblutungen auf
  • rasche Zellteilung, daher schnelles Wachstum
  • wird aufgrund seiner Bösartigkeit mit dem WHO-Grad IV klassifiziert

 

Epidemiologie

  • durchschnittliches Alter der Betroffenen zwischen 50 und 60 bzw. ab 70
  • Männer sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Frauen

 

Symptome

  • Hirndruckzeichen (z.B. Kopfschmerz, Schwindel, Erbrechen)
  • neurologische Ausfälle (Sehstörungen, Sprachstörungen, Paresen)
  • Epilepsien
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • die Beschwerden stellen sich oft innerhalb weniger Wochen bzw. Monate ein

 

Diagnose

  • sehr kurze Anamnese von Wochen oder wenigen Monaten
  • Diagnose mittels MRT (Methode der Wahl ) und CT
  • wenn differentialdiagnostisch notwendig SPECT und PET
  • starke heterogene Kontrastmittelaufnahme
  • zentral verminderte Signalintensität (ringförmige Kontrastmittelanreicherung)
  • Neigung zu großvolumiger zentraler Nekrose und peritumoröser Ödembildung
  • diffuse Infiltration in umliegendes Hirngewebe
  • Hauptlokalisation: Großhirnhemisphären und Balken (Schmetterlingsgliom)
  • umgeben von einem ausgedehnten "fingerförmigen" Marklagerödem
  • bei Diagnose oft bereits größer als 2 cm im Durchmesser
  • Fehldiagnose: z.B. Schlaganfall

 

Therapie

  • Operation
  • Strahlentherapie auf Tumorvolumen und Sicherheitssaum von 2-3 cm
  • Chemotherapie
  • Einschluss in eine klinische Studie

 

Rezidiv-Therapie

  • Re-Operation
  • Re-Bestrahlung, ggf. Radiochirurgie
  • Chemotherapie, ggf. mit verändertem Chemotherapeutikum/Schema
  • Einschluss in eine klinische Studie

 

Nachsorge

  • erste Kontrolluntersuchung 6-8 Wochen nach der Strahlentherapie (MRT)
  • danach alle 3 Monate Kontrolluntersuchungen (MRT als Methode der Wahl, CT)
  • ggf. zusätzlich FDG-PET, MR-Spektroskopie o.a. zur Differenzierung

 

Verlauf

  • relativ schnelles Wachstum mit starker Infiltration des umliegenden Gewebes
  • Rezidiv auch nach erfolgreicher Therapie meist innerhalb von einem Jahr

 

 

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