Oligodendrogliom

Die Hirntumore vom Typ Oligodendrogliome gehören ebenfalls zu den Gliomen, wachsen diffus infiltrierend und kommen in unterschiedlichen WHO-Graden vor. Ihre Zellen ähneln unter dem Mikroskop den Oligodendrozyten, einer bestimmten Sorte von Stützzellen, welche Markscheiden bilden.


Histologie

  • Oligodendrogliom (WHO-Grad II)
  • anaplastisches Oligodendrogliom (WHO-Grad III)

 

Epidemiologie

  • gehäuftes Auftreten des Hirntumors zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr
  • Vorkommen im Kindesalter um das 10. Lebensjahr
  • Männer sind etwas häufiger betroffen

 

Symptome

  • initial hauptsächlich epileptische Anfälle
  • Hirndruckzeichen (Kopfschmerz, Übelkeit, Erbrechen)
  • seltener neurologische Defizite und Psychosyndrome
  • mit zunehmendem Wachstum lokal bedingte Herdsymptome

 

Diagnose

  • Diagnose mittels MRT und CT
  • zur feindiagnostischen Bestimmung ggf. Biopsie
  • im CT häufig Verkalkungen zu erkennen
  • heterogene Kontrastmittelaufnahme
  • auch beim WHO-II mitunter schwach Kontrastmittel aufnehmend
  • diffuse Infiltrierung des umliegenden Gewebes
  • häufig Einblutungen
  • Hauptlokalisation: Stirn-, Scheitel- und Schläfenlappen des Großhirns, typischerweise oberflächlich unter Einbeziehung des Kortex

 

Therapie

  • größtmögliche operative Entfernung des Hirntumors
  • Strahlentherapie bei teiloperierten und anaplastischen Tumoren
  • Chemotherapie bei progredienten und anaplastischen Tumoren
  • insbesondere die Chemotherapie wird auch bei Grad-II-Tumoren diskutiert

 

Rezidiv-Therapie

  • Re-Operation des Hirntumors
  • (Re-)Strahlentherapie, ggf. stereotaktische Bestrahlung
  • Chemotherapie mit unterschiedlichen Therapeutika, z.B. PCV-Schema
  • experimentelle Therapieverfahren

 

Nachsorge

  • erste Nachuntersuchung 6 Wochen nach Therapieende (MRT mit Kontrastmittel)
  • beim WHO-II erst alle 3, bei konstantem Befund alle 6 bis 12 Monate
  • beim WHO-III alle 3 Monate (MRT mit Kontrastmittel)

 

Verlauf

  • Wachstumsgeschwindigkeit des Hirntumors abhängig vom WHO-Grad
  • häufige Rezidivrate
  • mögliche Entwicklung vom WHO-Grad II zum WHO-Grad III



Prognose

  • allgemein günstigere Prognose als Astrozytome des selben WHO-Grades
  • positive prognostische Faktoren sind ein niedriger WHO-Grad, bestimmte molekulargenetische Kennzeichen, frontale Lokalisation

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