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Gentherapie
Stammzellmodifikation für eine bessere Verträglichkeit der Chemotherapie
Bei der chemotherapeutischen Behandlung von Glioblastomen besteht das Risiko, dass durch die verabreichten Medikamente zwar der Tumor bekämpft, jedoch auch andere Organe des Körpers und vor allem das Knochenmark geschädigt werden können. Dies wiederum kann zu niedrigen Blutwerten, wie Leukopenie (niedriger Wert weißer Blutkörperchen) und Thrombopenie (niedriger Wert der Blutplättchen und daher Gerinnungsstörungen), und einem schwachen Immunsystem führen. Um diesen Effekt zu unterbinden, müsste die Dosis des Chemotherapeutikums herabgesetzt oder der Einnahmerhythmus (#136) verändert werden, wodurch der Tumor nicht mehr aggressiv genug behandelt werden könnte.
Eine Pilotstudie des Fred Hutchinson Cancer Center in den USA verfolgt derzeit den Ansatz, die Knochenmarkstammzellen von vorneherein vor dem schädlichen Einfluss der Chemotherapie zu schützen, die somit in höherer und effektiverer Dosis verabreicht werden könnte. Im Rahmen der Studie wurden die Knochenmarkstammzellen von bislang drei Glioblastompatienten im Labor genetisch verändert, die modifizierten Zellen den Patienten anschließend wieder zugeführt und eine Kombinationschemotherapie verabreicht. Eines der Medikamente blockiert dabei das MGMT-Enzym, welches im aktiven Zustand die durch die Chemotherapie induzierten DNA-Schädigungen der Tumorzellen wieder reparieren und somit die Chemotherapie wirkungslos machen würde. Das andere Medikament bewirkt die eigentliche Chemotherapie, die aufgrund des blockierten MGMT-Enzyms effektiver wirken kann. Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung wurden alle Patienten bestrahlt.
Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass die Patienten die Chemotherapie nach Injektion der genetisch veränderten Knochenmarkstammzellen besser tolerierten und weniger Nebenwirkungen auftraten. Um die Wirksamkeit der Therapie beurteilen zu können, sind jedoch weitere Ergebnisse abzuwarten.
© 25.05.2012 mth/ama, Deutsche Hirntumorhilfe e.V. | www.hirntumorhilfe.de
Quelle:
J. E. Adair, B. C. Beard, G. D. Trobridge, T. Neff, J. K. Rockhill, D. L. Silbergeld, M. M. Mrugala, H.-P. Kiem, Extended Survival of Glioblastoma Patients After Chemoprotective HSC Gene Therapy. Sci. Transl. Med. 4, 133ra57 (2012).






