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Hirntumor-Informationstag 2018

Fahreignung

Thema des Monats: Epileptische Anfälle und Führerschein

Bei einem epileptischen Anfall im Straßenverkehr steigt das Unfallrisiko drastisch, da ein Anfall den Verlust des Bewusstseins oder der Kontrolle über Körperfunktionen verursachen kann. Das Straßenverkehrsgesetz regelt im §2, dass nur derjenige ein Kraftfahrzeug führen darf, der die notwendigen körperlichen und geistigen Anforderungen erfüllt, also fahrtauglich ist.

 

Um den Patienten und andere Straßenverkehrsteilnehmer vor Unfällen zu schützen, hat die Bundesanstalt für Straßenwesen Begutachtungsleitlinien zur Fahreignung erstellt. Das Kapitel 3.9.4 über epileptische Anfälle und Epilepsie wurde 2009 überarbeitet. Diese Richtlinie dient aktuell als Entscheidungsgrundlage für die Beurteilung der Fahrtauglichkeit von Patienten mit Hirntumor, bei denen es im Verlauf der Erkrankung zu einem oder mehreren epileptischen Anfällen gekommen ist.

Begutachtungsleitlinie zum Thema epileptische Anfälle

Führerscheingruppe 1: Führerscheinklassen A, A1, B, BE, M, S, L, T

 

  • einfach-fokale Anfälle ohne Bewusstseinsstörung und ohne motorische, sensorische oder kognitive Behinderung für das Führen eines Fahrzeuges; Sicherung durch Fremdbeobachtung, dass es nicht zur Ausdehnung der Anfallssymptomatik bzw. zum Übergang zu komplex-fokalen oder sekundär generalisierten Anfällen kommt.

    Fahrerlaubnis nach mindestens einjähriger Verlaufsbeobachtung






 

 

Führerscheingruppe 2: Führerscheinklassen C, C1, CE, C1E, D, D1, DE, D1E

 

Generell gilt, dass die Fahreignung für diese Führerscheingruppe nur dann erteilt werden darf, wenn der Betroffene keine Antiepileptika einnehmen muss.

 




  • nach fünfjähriger Anfallsfreiheit ohne antiepileptische Medikation

    Fahrerlaubnis

Was muss ich als Führerscheinbesitzer nach dem erstmaligen Auftreten eines epileptischen Anfalls beachten?

Nach dem ersten Anfall sollte Rücksprache mit einem Neurologen gehalten werden. Dieser klärt, um welche Anfallsart es sich gehandelt hat und legt entsprechend die Dauer der Fahrpause fest. Eine Mitteilung an die Straßenverkehrsbehörde ist unter Voraussetzung der Einhaltung dieser Pause nicht notwendig.

 

Wenn innerhalb der festgelegten Fahrpause kein weiterer Anfall aufgetreten ist, kann der Neurologe die Fahreignung bescheinigen. Er sollte dann in seiner Akte festhalten, dass gemäß der Begutachtungsleitlinien Fahreignung besteht, denn im Falle eines Unfalls liegt sonst die Beweislast, dass Fahreignung bestanden hat, bei dem erkrankten Fahrer.

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