Gliomatosis cerebri

Die Gliomatosis cerebri ist ein seltener primärer Hirntumor, der nach WHO-Klassifikation als spezielles Wachstumsmuster astrozytärer Tumoren beschrieben wird. Er ist durch seine besonders starke Infiltration in das umliegende Gewebe charakterisiert. Bei einer Gliomatosis cerebri sind mindestens drei Hirnlappen betroffen, häufig erstreckt sich die Tumorausdehnung auf beide Hemispheren.

Histologie der Gliomatosis cerebri

  • Zellen häufig von niedriger Malignität
  • wegen des besonderen Wachstumsmusters wird der Tumor jedoch zum WHO-Grad III gezählt

 

Epidemiologie der Gliomatosis cerebri

    • im mittleren und höheren Erwachsenenalter
    • auch bei Kindern möglich

       

      Symptome der Gliomatosis cerebri

      • unspezifisch, von der Lokalisation abhängig
      • mitunter Kopfschmerzen und epileptische Anfälle
      • häufig mentale Veränderungen (z.B. Verhaltens- und Gedächtnisstörungen)

       

      Diagnose der Gliomatosis cerebri

        • durch CT und/oder MRT
        • selten Kontrastmittelaufnahme
        • Sicherung der Diagnose durch Biopsie
        • besondere, extensive Hirninfiltration
        • Befall von mindestens drei Hirnlappen
        • kann das komplette zentrale Nervensystem betreffen

           

          Therapie der Gliomatosis cerebri

            • noch keine etablierte Standardtherapie aufgrund der Seltenheit
            • bei asymptomatischen Patienten mit gesicherter Diagnose kann in Einzelfällen zunächst abgewartet werden (vorerst nur Verlaufskontrollen)
            • bei relevanten Symptomen oder signifikantem Tumorwachstum wird Behandlung erforderlich
            • Chemotherapie (z.B. PCV-Schema oder Temozolomid)
            • stereotaktische Strahlentherapie oder Ganzhirnbestrahlung

             

            Verlauf der Gliomatosis cerebri

              • Wachstum abhängig vom WHO-Grad


                Prognose der Gliomatosis cerebri

                  • abhängig von Zustand des Patienten, Histologie und WHO-Grad
                  • ob Radio- und/oder Chemotherapie die Prognose verbessern, ist bisher nicht prospektiv untersucht worden
                  • Hinweise auf gewisse Wirksamkeit beider Therapien

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