Oligoastrozytom

Oligoastrozytome sind diffus wachsende Gliome, die den oligodendroglialen Tumoren zugerechnet werden. Diese relativ seltenen Hirntumoren werden auch als Mischgliome bezeichnet, da sie Anteile sowohl der Oligodendrogliome als auch der Astrozytome aufweisen.

Aktuelles aus dem Oligoastrozytom Forum

Histologie der Oligoastrozytome

  • keine scharfe Abgrenzung zwischen oligodendroglialen und astrozytären Anteilen
  • langsam wachsendes Oligoastrozytom vom WHO-Grad II
  • anaplastisches Oligoastrozytom vom WHO-Grad III

 

Epidemiologie der Oligoastrozytome

  • Altersgipfel liegt zwischen dem 35. und 40. Lebensjahr
  • Vorkommen im Kindesalter um das 10. Lebensjahr
  • Männer sind etwas häufiger betroffen

 

Symptome der Oligoastrozytome

  • hauptsächlich epileptische Anfälle
  • Hirndruckzeichen (Kopfschmerz, Übelkeit, Erbrechen)
  • mitunter lokal bedingte Herdsymptome

 

Diagnose der Oligoastrozytome

  • Diagnose mittels MRT, CT und Biopsie
  • Antikörper zur Differenzierung zwischen oligodendroglialen und astrozytären Anteilen
  • in den meisten Fällen Kontrastmittelaufnahme
  • infiltrierendes Wachstum
  • mitunter Liquormetastasierung und Einblutungen
  • häufig vorhandener Gendefekt (1p/19q-Allelverlust, TP53-Gen-Mutation)
  • Hauptlokalisation: Großhirnhemisphäre (Frontallappen, Temporallappen)

 

Therapie der Oligoastrozytome

  • größtmögliche operative Entfernung des Hirntumors
  • stereotaktische Serienbiopsie bei eloquenter oder diffuser Tumorlokalisation
  • Strahlentherapie bei progredienten und anaplastischen Tumoren
  • Chemotherapie bei progredienten und anaplastischen Tumoren
  • insbesondere die Chemotherapie wird auch bei Grad-II-Tumoren diskutiert

 

Rezidiv-Therapie der Oligoastrozytome

  • Re-Operation
  • (Re-)Strahlentherapie, ggf. stereotaktische Bestrahlung
  • Chemotherapie mit unterschiedlichen Therapeutika
  • experimentelle Therapieverfahren

 

Nachsorge der Oligoastrozytome

  • erste Nachuntersuchung 6 Wochen nach Therapieende (MRT mit Kontrastmittel)
  • beim WHO-II erst alle 3, bei konstantem Befund alle 6 bis 12 Monate
  • beim WHO-III alle 3 Monate (MRT mit Kontrastmittel)

 

Verlauf der Oligoastrozytome

  • Wachstumsverhalten des Hirntumors abhängig vom WHO-Grad
  • mögliche Entwicklung vom WHO-Grad II zum WHO-Grad III
  • im Falle eines Rezidivs häufig Änderung der histologischen Zuordnung
  • besseres Ansprechen auf Strahlen- und Chemotherapie bei 1p/19q-Allelverlust

 

Prognose der Oligoastrozytome

  • durch den astrozytären Anteil des Hirntumors bestimmt
  • Chemosensitivität ist deutlich höher als bei rein astrozytären Tumoren

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