Hirntumor-Informationstag 2018


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Hirntumor-Informationstag 2018

Podiumsdiskussion III

Auswahl häufig gestellter Patientenfragen


Prof. Christian E. Elger
FRCP
Direktor Klinik u. Poliklinik
für Epileptologie
Uniklinikum Bonn

PD Dr. Oliver Bähr
Ltd. Oberarzt
Dr. Senckenbergisches
Instituts f. Neuroonkologie
Uniklinikum Frankfurt a.M.

PD Dr. Jörg Bäsecke
Leiter Hämatologie &
Onkologie
St.-Josefs-Hospital
Cloppenburg

 

Kann auf eine Chemotherapie verzichtet werden, wenn der MGMT-Promotor nicht methyliert ist?

PD Dr. Bäsecke: Patienten, die jünger als 70 Jahre sind, sollten eine kombinierte Therapie bestehend aus Strahlentherapie und Temozolomid erhalten, unabhängig von der Methylierung des MGMT-Promotors.

 

Verursachen epileptische Anfälle Folgeschäden?

Prof. Elger, FRCP: Wir wissen heute sehr genau, dass ein normaler epileptischer Anfall dem Gehirn nicht schadet. Anders verhält es sich bei einem Status epilepticus, d.h. einer Serie von Anfällen, zwischen denen der Patient nicht mehr klar wird; dieser kann das Gehirn erheblich schaden.

 

Beeinflusst eine längere Steroidgabe die Wirksamkeit einer Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren?

PD Dr. Bähr: Dexamethason hemmt das Immunsystem und steht somit einem immuntherapeutischen Therapieansatz grundsätzlich entgegen. Bei Melanompatienten hat sich gezeigt, dass der Einsatz von Dexamethason die Wirksamkeit einer Immuntherapie reduzieren kann. Man muss aber auch darauf hinweisen, dass man gegenwärtig überhaupt nicht sagen kann, inwieweit Checkpoint-Inhibitoren bei Hirntumoren überhaupt wirksam sind. Zudem ist Dexamethason für das Management von Nebenwirkungen notwendig, etwa um Autoimmunreaktionen zu kontrollieren.

 

Ist der Einsatz von Methadon in der Gliomtherapie gerechtfertigt?

PD Dr. Bähr: Aus Einzelfällen können keine Rückschlüsse über die Wirksamkeit eines Medikaments gezogen werden. Auch bei Patienten mit einer schweren, derzeit nicht heilbaren Erkrankung, muss eine Abwägung erfolgen im Hinblick auf bestimmte Risiken und einen potentiellen Nutzen. Es ist nachvollziehbar, dass Patienten mit einem malignen Gliom bereit sind, solche Risiken in Kauf zu nehmen. Man darf aber nicht ausblenden, dass Methadon erhebliche Nebenwirkungen verursachen kann, wobei ein möglicher therapeutischer Effekt bislang nicht nachgewiesen werden konnte.

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