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16.01.2017 15:45

SNO-Meeting

Informationen zur Jahrestagung der Society of Neuro-Oncology

Die Jahrestagung der Society of Neuro-Oncology (SNO), einer der weltweit größten Kongresse für Neuroonkologie, fand vom 17.-20. November 2016 in Scottsdale, Arizona statt.
Zahlreiche der interdisziplinär diskutierten Beiträge nahmen Bezug auf die aktualisierte 5. Auflage der WHO-Klassifikation der Tumoren des Zentralen Nervensystems. Diese verwendet zur Beschreibung der Hirntumoren erstmalig neben den histologischen Merkmalen auch molekulare Parameter. Basierend auf diesen Neuerungen werden experimentelle, klinische und epidemiologische Studien konzipiert, die dazu beitragen, bestehende Therapieoptionen zu verbessern und innovative Verfahren voranzubringen.


In dieser Hinsicht stellen unter anderen immuntherapeutische Strategien einen vielversprechenden Ansatz dar. Hierbei muss zwischen passiver und aktiver Immuntherapie unterschieden werden. Erstere beruht auf der Spezifität einer verabreichten Substanz, tumorassoziierte Merkmale zu erkennen und Tumorzellen gezielt zu bekämpfen. Vorläufige Ergebnisse einer laufenden Studie zu ABT-414, einem Immunkonjugat, das auf dem Prinzip der passiven Immuntherapie basiert, wurden auf der SNO-Jahrestagung vorgestellt. Bei der aktiven Immuntherapie hingegen soll das patienteneigene Immunsystem dazu gebracht werden, sich gegen die Tumorzellen in Stellung zu bringen.  Hierzu zählen sämtliche Impftherapien,  worunter auch die Behandlung von EGFRvIII-mutierten Glioblastomen mit dem Vakzin Rindopepimut gehört. Die an diesen Therapieansatz geknüpften Hoffnungen konnten durch die auf dem SNO-Meeting präsentierten Ergebnisse der ACT-IV-Studie allerdings nicht bestätigt werden. Demgegenüber stimmen die ebenfalls in Scottsdale vorgestellten vorläufigen Ergebnisse laufender Studien zu den Checkpoint-Inhibitoren Pembrolizumab und Durvalumab zuversichtlich. Die Daten deuten darauf hin, dass es eine Untergruppe von Hirntumorpatienten gibt, die von diesen immuntherapeutischen Therapiekonzepten signifikant profitiert. Wie auch bei anderen Krebserkrankungen handelt es sich dabei zwar um eine Minderheit. Jedoch zeigen die Studien, dass diese Behandlungsstrategie prinzipiell auch bei Hirntumoren angewendet werden kann, sodass weitere Forschungsarbeit an die bisher gewonnenen Erkenntnisse anknüpfen kann.


Zahlreiche weitere auf der SNO-Jahrestagung vorgestellte Berichte zum aktuellen Stand der neuroonkologischen Forschung wurden von den wissenschaftlichen Mitarbeitern des Hirntumorinformationsdienstes aufgearbeitet und in einem in Kürze verfügbaren Newsletter zusammengestellt. Mehr zu Therapiemöglichkeiten und derzeit verfügbaren Studien bei Hirntumoren erfahren Sie zudem über unseren telefonischen Informationsdienst unter 03437.702 702.

 

© 16.01.2017 bjdr, Deutsche Hirntumorhilfe e.V. | www.hirntumorhilfe.de

 
 

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