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Methadon bei Krebs?

Hirntumor-Informationstag: Methadon – Schmerzmittel und auch Krebsmedikament?

Es ist noch gar nicht so lange her, da war das Schmerzmittel Methadon in Zusammenhang mit einer möglichen Wirkung gegen Krebs in aller Munde und allen Medien. Insbesondere die mediale Aufmerksamkeit ist zwischenzeitlich zurückgegangen, nichtsdestotrotz stehen nach wie vor viele Fragen zum Einsatz von Methadon gegen Hirntumoren im Raum, die vor allem die Leidtragenden – die Patienten – stark verunsichern.

Als Palliativmediziner und Schmerztherapeut kann Dr. Hans-Jörg Hilscher, Praxis für Allgemeinmedizin in Iserlohn, auf eine jahrzehntelange Erfahrung im Einsatz mit dem Opioid Methadon bei schwerkranken Patienten zurückblicken.

Das Medikament wird zur Schmerzbekämpfung und in der Substitutionstherapie bereits seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt. Die Aufmerksamkeit als mögliches Krebsmittel erhielt speziell das D,L-Methadon durch Laboruntersuchungen und tierexperimentelle Studien der Ulmer Chemikerin Dr. Claudia Friesen. Ihre Untersuchungen zeigten, dass durch die zusätzliche Gabe der Substanz D,L-Methadonhydrochlorid zum Chemotherapeutikum Doxorubicin Krebszellen besser abgetötet werden können.

Den Grund für diesen Effekt sehen Wissenschaftler im erhöhten Vorkommen von Opioidrezeptoren auf der Zelloberfläche von Tumorzellen. Dies ermöglicht Opioiden, wie dem Methadon, an die Zelle anzudocken und dadurch Signalwege zu aktivieren, die den natürlichen Zelltod auslösen und die Tumorzelle zum Absterben bringen. Des Weiteren wird diskutiert, inwieweit über die Aktivierung des Opioidrezeptors antiapoptotische Moleküle, die zur Therapieresistenz führen, blockiert werden können, und ob D,L-Methadon zur stärkeren Aufnahme des Chemotherapeutikums in der Tumorzelle führen kann. Die klinische Forschung, insbesondere auch bei Hirntumoren, steht allerdings noch ganz am Anfang.

In seinem Vortrag auf dem Hirntumor-Informationstag am 19.10.2019 hat Dr. Hilscher über den gut untersuchten Einsatz von D,L-Methadon in der Palliativsituation gesprochen. Dabei ging er auch auf Fragen der Patienten ein und erläuterte, wann Methadon eine Behandlungsoption ist, welche möglichen Nebenwirkungen auftreten können und an wen Patienten sich wenden sollten, wenn Sie eine solche Behandlung wünschen.

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