Ernährung in der Onkologie

Bertz, H., Zürcher, G.

Schattauer 2014

454 Seiten

6 Abbildungen, 135 Tabellen, 5 Handouts

(kartoniert)

Preis: 69,99 €

ISBN: 978-3-7945-2804-2

 

Die Ernährung ist für viele Krebspatienten ein großes Thema,
bei dem unzählige oftmals komplett gegensätzliche Ansichten
existieren. Gelegentlich fragen sich Betroffene, ob sie durch
ihre Ernährung die Tumorentstehung mit verschuldet haben oder ob sie durch eine Ernährungsumstellung den weiteren Verlauf beeinflussen können. Ärzte und Therapeuten sehen sich vor diesem Hintergrund mit zahlreichen Fragen konfrontiert, hinzu kommt bei vielen onkologischen Patienten die Mangelernährung sowie die Notwendigkeit deren Therapie.

 

Mit dem Buch „Ernährung in der Onkologie“ haben die Autoren Hartmut Bertz und Gudrun Zürcher ein umfangreiches Grundlagenwerk vorgelegt, das keine Frage zum Thema unbeantwortet lässt. Das an Ärzte und Fachpersonal adressierte Werk der beiden Ernährungsexperten stützt sich in seinen Ausführungen auf aktuelle, evidenzbasierte Erkenntnisse der Ernährungswissenschaft und gibt praxisrelevante Handlungsempfehlungen für die Ernährungstherapie.

 

Im ersten Kapitel werden die Grundlagen der Ernährung näher erläutert und dabei sämtliche Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente detailliert beschrieben. Lebensmittelquellen werden benannt, Funktionen erläutert, Überdosierungs- und Mangelerscheinungen umrissen sowie etwaige Gesundheitseffekte aufgezeigt. Das folgende Kapitel zum Ernährungszustand gibt Fachkräften praktische Hinweise zur Erfassung der Ernährungssituation eines Patienten, im dritten Kapitel folgt die Darstellung ernährungsbedingter Risikofaktoren für die Krebsentstehung, wie Adipositas, bestimmte Lebensmittelgruppen und toxische Substanzen. Diese werden einzeln anhand umfassender Daten aus epidemiologischen Studien vorgestellt und in Form von Tabellen in Zusammenhang zu verschiedenen Tumorentitäten gesetzt.

 

Das vierte Kapitel widmet sich speziellen Ernährungstherapien bei Operationen, Strahlen- oder Chemotherapie und gibt Ärzten wie auch Therapeuten hilfreiche Praxistipps zur Indikationsstellung und Umsetzung an die Hand. Abgerundet wird dieser Teil durch eine Übersicht der populärsten „Krebsdiäten“, die im Detail vorgestellt und hinsichtlich Ihres Nutzens oder Schadens bewertet werden. Auch hier werden – sofern vorhanden – relevante Studiendaten zitiert und so die gemachten Aussagen wissenschaftliche untermauert. Im sich anschließenden fünften Kapitel folgen praktische Ernährungstipps, um typische Nebenwirkungen der Tumortherapie zu lindern, wie Verdauungsstörungen, Geschmacksstörungen, Appetitlosigkeit, Fatigue, Schleimhautentzündungen und Übelkeit. Die häufigsten Chemotherapeutika werden hinsichtlich ihres brechreizauslösenden Potentials vorgestellt und Hinweise zu Beginn und Dauer der Beschwerden gegeben.

 

Der Vorstellung verschiedenster Kostformen wird in Kapitel sechs ausreichend Platz eingeräumt und dabei keine der häufig eingesetzten Ernährungsform ausgelassen. Egal ob einzelne Vollkostformen, nährstoffdefinierte Kostformen oder Ernährungsformen bei verschiedenen Unverträglichkeiten – die detaillierte Beschreibung wird immer durch tabellarische Übersichten geeigneter und ungeeigneter Lebensmittel ergänzt und Hinweise zum Vorbeugen bestimmter Mangelerscheinungen gegeben. Komplettiert wird die Zusammenstellung durch Formen der künstlichen Ernährung.

 

Im Kapitel sieben widmen sich die Autoren letztendlich der Ernährung bei bestimmten Tumorarten und belegen die Ernährungsempfehlungen wiederum mit Daten aus epidemiologischen und klinischen Studien. Leider werden die Hirntumoren hier keiner Betrachtung unterzogen, was am Mangel an relevanten Daten liegen könnte. Das achte Kapitel letztendlich befasst sich mit praxisnahen Ernährungsempfehlungen in der Palliativsituation, ein umfangreiches Sachwortregister beschließt das Werk.

 

Auch wenn sich das Buch überwiegend an Ärzte und in der Pflege und Betreuung onkologischer Patienten tätiges Fachpersonal richtet, bietet es in Teilen auch Betroffenen viele Informationen zu einer adäquaten Ernährung. Die ernährungswissenschaftlichen Grundlagen sind umfassend erklärt und die Handlungsempfehlungen durchweg nachvollziehbar. Ein rundum gelungenes Übersichtswerk.

 

© 16.02.2016 mth, Deutsche Hirntumorhilfe e.V. | www.hirntumorhilfe.de

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