Laufen als Ausgleich

Laufen als Ausgleich – und Ideenschmiede

Angelika wollte beim Leipzig Marathon 2020 im Trikot der Deutschen Hirntumorhilfe eigentlich für die Halbmarathon-Distanz an den Start gehen. Als der Termin platzte, musste ein Plan B her. Schnell war die Idee eines virtuellen Laufes geboren, den die ambitionierte Sportlerin gemeinsam mit Stefan Dunkel dann auch von A wie Anfang bis Z wie Zielgerade organisierte.

 

 

Das Engagement der Schwarzwälderin kam dabei nicht von ungefähr. Bewegung und Sport sind schon von Kindesbeinen an Angelikas Leidenschaft, die Sportschuhe ihre ständigen Begleiter. Zusammen mit ihrer Hündin Luna ist sie fast täglich in den Wäldern im Südschwarzwald unterwegs: „Die wunderschöne Natur, die Ruhe und die frische Luft sind für mich Ausgleich und Ideenschmiede zugleich“, begründet sie ihre Leidenschaft.

 

Im November 2016 nahm Angelikas Leben eine überraschende Wende, als bei ihr ein Hirntumor festgestellt wurde – nichts war mehr selbstverständlich. Trotz der Diagnose hatte sie die Sportschuhe zur Sicherheit aber schon mal gut neben dem Krankenbett platziert; man weiß ja nie. Tennisballgroß war der Tumor, aber gutartig und erst einmal komplett entfernt, so hatte Angelika gute Voraussetzungen wieder zurück in ein neues Leben zu finden. Sie wurde Mitglied in einer Selbsthilfegruppe um anderen Betroffenen Mut zu machen – denn Diagnose heißt nicht Stillstand, so ihre feste Überzeugung. Auch davon, dass Laufen dem Wohlbefinden dient, ist Angelika überzeugt: „Meine Strecken erinnern an Nervenbahnen, ich gehe immer neue Wege, fordere meinen Orientierungssinn heraus, laufe in unwegsamem Gelände und sammle neue Eindrücke.“

 

Die Arbeit der deutschen Hirntumorhilfe zu unterstützen ist Angelika seit ihrem ersten Kontakt zur der gemeinnützigen Organisation ein großes Anliegen – dafür laufe sie noch viele Kilometer weiter. Die Hirntumor-Informationstage, die Telefonate mit dem Informationsdienst und der Erfahrungsaustausch in der vermittelten Selbsthilfegruppe waren und sind für sie wichtige Aspekte der Krankheitsbewältigung.

 

Mit dem virtuellen Benefizlauf zur Aktion „Gemeinsam stark. Laufen gegen Hirntumore“ hat Angelika ihrem Wunsch zu helfen Gestalt verliehen, vielen Gleichbetroffenen Mut gemacht und etwas Nachhaltiges geschaffen: „Mich bewegt das Schicksal von Hirntumorpatienten und Angehörigen, deshalb bin ich stolzer Teil der Läufergemeinschaft. Dieser neue Weg eröffnet neue Perspektiven, dafür bin ich unendlich dankbar.“

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