Elektrische Wechselfelder

TTF in der Primärbehandlung des Glioblastoms


Tumortherapiefelder: Stellungnahme der Deutschen Hirntumorhilfe

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Bei den TTFields, auch Tumortherapiefelder oder TTF, handelt es sich um eine lokale, physikalische Methode, bei der aufgrund elektrischer Wechselfelder einer speziellen Frequenz die Zellteilung gehemmt werden soll. Dafür werden dauerhaft 36 Elektroden mittels vier Heftpflastern auf die kahl rasierte Kopfhaut geklebt (siehe Abbildung 1). Sie sind über Kabel mit einem Steuergerät verbunden, welches der Patient mindestens 18 Stunden täglich, am Körper tragen sollte. Der Akku wird vier Mal täglich, die Heftpflaster alle drei bis sechs Tage, gewechselt.

 

Die Untersuchung der elektrischen Wechselfelder an GBM-Patienten in der Rezidivtherapie (EF-11) konnte im Vergleich zur Standardtherapie keinen Nutzen der sogenannten Tumortherapiefelder belegen. Das Ergebnis der klinischen Studie (EF-14) bei Patienten mit neu diagnostiziertem Glioblastom zeigte, dass TTF das progressionsfreie Überleben als auch das Gesamtüberleben um 2,7 Monate bzw. 4,9 Monate verlängern. Trotzdem wird der Einsatz diese Methode in der Primärtherapie kontrovers diskutiert. Dies liegt an der fehlenden Verblindung und Placebokontrolle der EF-14 Studie, dem teilweise ungeklärten Wirkmechanismus sowie der Beeinträchtigung der Lebensqualität der Patienten. Laut den neuroonkologischen Fachgesellschaften zeigen alle bislang veröffentlichten Daten, dass sich am grundsätzlich palliativen Vorgehen durch den Einsatz der Tumortherapiefelder nichts ändert und die Behandlung nicht zu einer Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen führt.

 

Die Erhebung der Deutschen Hirntumorhilfe bei Glioblastompatienten ergab: Zwei Drittel der Anwender von Tumortherapiefeldern berichteten über Juckreiz unter den Klebekontakten sowie Hautirritationen. Ein Drittel der Patienten klagte über Rücken- und Nackenschmerzen. Alle Patienten empfanden während der Anwendung mehrere ausgeprägte Einschränkungen im Hinblick auf ihre Lebensqualität. Dazu zählten: Abhängigkeit von einem Helfer, ständige Erinnerung an die lebensbedrohliche Erkrankung, Stigmatisierung durch das Tragen der Elektrohaube, Sichtbarkeit einer Schädel-Hirn-Erkrankung, elektrische Entladungen, unangenehme Schwingungen und allgemeine Einschränkungen im Alltag (Wechseln der Klebekontakte, Beschränkung der Mobilität, ständige Verkabelung bzw. Tragen des Gerätes, Wärmeentwicklung und Schweißbildung sowie Einschränkung in Beruf und Hobby).

 

Bei mehr als 25% aller Anwender der Tumortherapiefelder kam es zum vorzeitigen Abbruch der Behandlung (im Durchschnitt nach drei Monaten). Die häufigsten Gründe dafür waren nicht erträgliche Nebenwirkungen, zu starke Beeinflussung der Lebensqualität und zu große Einschränkungen im Alltag. Auch wollten die Patienten nicht ständig an ihre Erkrankung erinnert werden oder die behandelnden Fachärzte waren nicht von der Wirksamkeit der Tumortherapiefelder überzeugt.

 

Weitere Informationen erhalten Sie beim bundesweit zentralen Hirntumor-Informationsdienst telefonisch unter 03437.702 702.


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