Alien im Kopf

Mein Leben mit einem Glioblastom

Pro Jahr erkranken etwa 4.800 Menschen in Deutschland an einem Glioblastom. Auch Karen erhält im März 2019 diese Diagnose – und ihr Leben, das ihrer Tochter und ihres Mannes Klaus ändert sich vollständig. Gerade eben noch die virtuose Jazz-Saxophonistin, die im Winter die schneebedeckten Pisten nach unten düst und den Geburtstag der damals achtjährigen Tochter plant, findet sie sich plötzlich im Rollstuhl wieder, vereinzelte Szenen reihen sich scheinbar zusammenhanglos aneinander, ihr Mann spricht von Koma, Operation, Hirntumor.

 

Karen erlebt das, was so viele andere Glioblastompatienten auch erfahren: dass die Erkrankung von jetzt auf gleich einfach alles grundlegend ändert. Ein Glioblastom kündigt sich selten an, und wenn, sind die Vorzeichen meist so unspezifisch, dass man sie kaum wahrnimmt oder aber auf ganz banale Ursachen schiebt.

Der Tumor der Musikerin gleicht optisch einem Alien – und diesem Alien sagt Karen den Kampf an. Die Mittvierzigerin will leben. Gemeinsam mit ihrem Mann stellt sie sich ihrer Erkrankung. Sie beschließt, ihr Leben mit dem Hirntumor zu Papier zu bringen und schreibt ein Buch. Sie erzählt über das Auf und Ab ihrer Gefühle, über das Hoffen und Bangen, über die Begegnung mit Menschen – positiven wie negativen – insbesondere mit Ärzten, Pflegekräften und liebenswerten Helfern, die ihr Leben seit der Diagnose bereichern.

Unter dem Titel „Alien im Kopf“ ist eine kurzweilige und authentische Geschichte entstanden, der trotz aller Tragik eine gewisse Leichtigkeit innewohnt, und die dem (betroffenen) Leser auf jeder einzelnen der 150 Seiten Mut macht, nicht aufzugeben. „Das Buch zeigt, wie viel Macht kleine Ziele haben, damit Selbstwirksamkeit möglich ist“, betont die Verlegerin. „Karen glaubte daran, dass sie in dieser schwierigen, eigentlich ausweglosen Situation dieser Erkrankung aus eigener Kraft etwas bewirken kann.“ Die Macht ihrer kleinen Ziele ist letztlich so groß, dass sich Karen wichtige Wünsche erfüllen kann: ein großes Popkonzert als Gast, ein Salsakonzert als Musikerin, Wiedereinstieg als Musikschullehrerin, und, und, und.

 

Anderen Glioblastompatienten Mut und vor allem auch auf die schwierige Situation der Betroffenen aufmerksam machen, möchte auch Karens Mann Klaus.

 

In den vergangenen Monaten gab es bereits zwei Lesungen und eine Online-Lesung im südhessischen Raum mit Auszügen aus Karens Buch – weitere Termine sind geplant. Die Exemplare der ersten Auflage waren so schnell vergriffen, dass nun eine zweite Auflage geplant ist. Ein Teil des Erlöses geht davon an die Deutsche Hirntumorhilfe.

Erscheinungsdatum sowohl der zweiten Buchauflage als auch der beiden digitalen Einspielungen Hörbuch und Hörvideo ist der Welthirntumortag am 8. Juni 2021. Dieser von der Deutschen Hirntumorhilfe im Jahr 2000 initiierte Aktions- und Gedenktag wurde ins Leben gerufen, um auf die oftmals schwierige Situation der betroffenen Patienten und ihrer Familien aufmerksam zu machen und das Thema Hirntumor ins Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu rücken.

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