Hinweise zur Einnahme

Wie nehme ich die Chemotherapie richtig ein?

Damit ein Medikament optimal wirken kann, sollten die Hinweise zur Einnahme beachtet werden. Anderenfalls nimmt man mangelnde Wirksamkeit und unter Umständen auch Neben- und Wechselwirkungen in Kauf. Daher ist es wichtig, vor der Einnahme die Packungsbeilage genau zu lesen und im Zweifel den behandelnden Arzt oder Apotheker zu fragen.

 

Auf nüchternen Magen – was heißt das genau?

Viele Medikament, darunter auch das Chemotherapeutikum Temozolomid, soll man auf nüchternen Magen nehmen. Auch wenn dieser Hinweis erst einmal ganz einfach erscheint, gilt es dennoch einiges zu beachten.

 

Nüchtern ist man natürlich vor dem Essen. Allerdings sollte hier die letzte Nahrungsaufnahme mindestens zwei Stunden zurückliegen, sonst befinden sich eventuell noch unverdaute Nahrungsreste von der vorhergehenden Mahlzeit im Magen. Auch nach der Tabletteneinnahme ist es wichtig mindestens eine Stunde zu warten, bevor man das erste Mal etwas anderes zu sich nimmt. Anderenfalls wurde das Medikament zwar „auf nüchternen Magen“ genommen, durch die Nahrungsaufnahme kurz danach ist aber dieser nüchterne Zustand schon wieder zerstört worden, bevor das Medikament den Magen verlassen konnte.

 

Mit viel Flüssigkeit – doch welche ist geeignet?

Am besten nimmt man Medikamente mit einem großen Glas Leitungswasser zu sich. Die Flüssigkeitsmenge sorgt dafür, dass die Kapseln oder Filmtabletten nicht in der Speiseröhre hängen bleiben und direkt bis in den Magen gespült werden.

 

Leitungswasser ist daher am besten geeignet, weil Mineralwasser mitunter viele Salze enthält. Diese sind zwar gesund, können aber mit einigen Wirkstoffen aus Medikamenten stabile Verbindungen bilden. Falls diese Verbindungen zu groß sind um in den Blutkreislauf zu gelangen, werden sie wieder ausgeschieden und die Wirkung des Medikamentes ist verflogen. Auch Milch ist kein guter Partner für Medikamente, weil der hohe Kalziumanteil den gleichen Effekt wie die Salze des Mineralwassers hat. Ein anderer Wirkzusammenhang betrifft den Hinweis, Arzneimittel vorsichtshalber nie mit Grapefruitsaft einzunehmen. Diese Zitrusfrucht hemmt ein Leberenzym, welches für den Abbau von Stoffen zuständig ist. Dies kann die Wirkung spezieller Medikamente um bis zu 70 Prozent steigern und zu gefährlichen Reaktionen führen. Sicherheitshalber sollte daher jede Kombination des Saftes oder der Frucht mit Medikamenten vermieden werden.

 

Morgens oder abends – wo liegt der Unterschied?

Unsere Körperfunktionen werden durch Hormone oder Stoffwechselvorgänge beeinflusst und unterliegen tageszeitlichen Schwankungen. In diesem Zusammenhang kann es vorkommen, dass Medikamente nicht zu jeder Tageszeit gleich wirken. Patienten sollten sich daher immer an die Empfehlung des Arztes halten.

 

Bei Temozolomid spielt die Einnahmezeit keine große Rolle, diese kann sowohl morgens als auch abends erfolgen. Dies ist „typenabhängig“ und grundsätzlich sind beide Möglichkeiten denkbar und gleichwertig in ihrer Wirkung. Wichtig ist jedoch, dass innerhalb eines Zyklus die Einnahmemodalität nicht gewechselt wird. Für jemanden, der ohne Frühstück gut in den Tag kommt, ist die morgendliche Einnahme sicher sinnvoll. Für die abendliche Einnahme spricht, dass eine möglicherweise auftretende Übelkeit während des Nachtschlafes vielleicht weniger bemerkt wird. Wichtig für beide Varianten ist, dass die Einnahme auf nüchternen Magen erfolgen sollte, also zwei Stunden nach einer Mahlzeit oder eine Stunde davor.

 

Vermeiden Sie Joghurt – aber warum eigentlich?

Ebenso wie Milch können auch Milchprodukte wie Käse, Joghurt und Quark die Wirksamkeit verschiedener Medikamente außer Kraft setzen. Besser ist es also, diese Produkte erst mit einem zeitlichen Abstand von mindestens einer Stunde zu genießen. Ballaststoffe können sich ebenso negativ auf die Wirksamkeit verschiedener Präparate auswirken, da sie deren Aufnahme über die Darmwand stark einschränken oder sogar verhindern können. Auch hier sollte einige Zeit zwischen der Pilleneinnahme und dem Müsli vergehen.

 

Je nach Art des Medikaments gibt es weitere Einschränkungen, was der Patient verzehren kann und was nicht. In erster Linie gibt hier die Packungsbeilage klare Anweisungen und sollte daher immer beachtet werden. Im Zweifel und bei Fragen ist der behandelnde Arzt der beste Ansprechpartner.

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