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Hirntumor-Informationstag 2018

Temozolomid

Eine Chemotherapie in Tablettenform

Temozolomid ist ein Zytostatikum (Chemotherapeutikum) aus der Gruppe der Alkylanzien, welches in Tablettenform verabreicht wird. Es wird zur Behandlung von Gliomen eingesetzt und kann parallel zur oder im Anschluss an eine Strahlentherapie gegeben werden. Im Gegensatz zu anderen Zytostatika überwindet Temozolomid die Blut-Hirn-Schranke und kann in den Gliomzellen die DNA-Replikation stören.

 

Handelsnamen sind z.B. Temodal®, Temomedac®, Temozolomid-ratiopharm®.

 

Zulassung

Erste Zulassung: 20. Januar 1999 für rezidivierende maligne Gliome;

21. Juni 2005 für erstmalig diagnostizierte Glioblastome begleitend zur Strahlentherapie

Datum der letzten Verlängerung von Temodal®: 26. Januar 2009

 

Indikationen

bei Erwachsenen: erstmalig diagnostiziertes Glioblastoma multiforme

bei Kindern über 3 Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen: rezidivierendes oder progredientes malignes Gliom (anaplastisches Astrozytom oder Glioblastom)

 

Nebenwirkungen

In den ersten klinischen Studien zur Rezidivtherapie mit Temozolomid traten als häufigste Nebenwirkungen folgende Störungen auf:

 

  • Übelkeit (43%) und Erbrechen (36%), extreme Form bei 4%

  • Müdigkeit (22%)

  • Thrombozyten-Mangel [Thrombozytopenie] (19%)

  • Neutrophilen-Mangel [Neutropenie] (17%)

  • Verstopfung [Obstipation] (17%)

  • Kopfschmerzen (14%)

  • Essensverweigerung [Anorexie] (4%)

  • Durchfall [Diarrhö] (8%)

  • Fieber (6%)

  • Benommenheit [Somnolenz] (6%)

  • Hautausschlag (6%)

 

Die Zulassungsstudie für die Primärtherapie mit Temozolomid ergab in Abhängigkeit von einer zusätzlichen Strahlentherapie folgenden Nebenwirkungen:

 

Kombinationstherapie von Radiatio und Temozolomid

  • Hämatotoxische Effekte (7 %), davon Neutropenie (4 %), Thrombozytopenie (3 %) und Leukopenie (2 %)

  • Infektionen (3 %)

  • Fatigue (33 %)

  • Thromboembolien (4 %)

 

Monotherapie mit Temozolomid                                                

  • Hämatotoxische Effekte (14 %), davon Neutropenie (4 %), Thrombozytopenie (11 %)

  • und Leukopenie (5 %)

  • Infektionen (5 %)

 

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