Ablauf der Chemotherapie

Wie läuft eine Chemotherapie ab?

Bei Hirntumoren muss das Zytostatikum im Gegensatz zu anderen Tumorerkrankungen ein Hindernis überwinden, die Blut-Hirnschranke. Die Blutgefäße im Gehirn sind besonders „abgedichtet“ und verhindern so den Übertritt von möglicherweise schädlichen Stoffen aus dem Blut ins Gehirn. Für die Behandlung von Hirntumoren muss dies berücksichtigt werden, da nicht alle Zytostatika die Blut-Hirnschranke überwinden.

 

Allerdings sind besonders bei Glioblastomen die Gefäße so verändert, dass die Schranke durchlässig wird. Dies erkennt man unter anderem daran, dass die Tumoren im CT und MRT Kontrastmittel anreichern. Bei einer Aussaat von Tumorzellen in das Nervenwasser (Liquor) können Zytostatika auch über ein Reservoir direkt in den Liquorraum verabreicht werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, das Zytostatikum nach der Operation direkt in die Wundhöhle einzubringen.

 

Die Chemotherapie wird im Rahmen von Chemotherapieprotokollen durchgeführt. In diesen wird festgehalten, welche Substanzen an welchen Tagen und in welcher Dosierung zum Einsatz kommen. Da man nicht davon ausgehen kann, dass eine einmalige Durchführung des Chemotherapieprotokolls bereits genug Tumorzellen abtötet, wird die Behandlung wiederholt, d. h. in Zyklen durchgeführt.

 

Der Erfolg der Behandlung wird regelmäßig mit einer körperlichen Untersuchung und insbesondere einer Bildgebung (meistens Kernspintomographie) dokumentiert.

 

Die Chemotherapie bei Hirntumoren kann als alleinige Therapie erfolgen oder adjuvant, d. h. im Anschluss an Operation oder Bestrahlung. In seltenen Fällen wird bei einer neoadjuvanten Therapie die Chemotherapie der Operation voran gestellt. Bei gleichzeitiger Strahlentherapie spricht man von „konkomitanter“, begleitender, Chemotherapie.

  

Es kommt vor, dass die Tumorzellen von Beginn an nicht auf das Zytostatikum ansprechen (primäre Resistenz). Dieser Widerstand des Tumors kann sich auch im Verlauf der Therapie entwickeln (sekundäre Resistenz). Eine wichtige Rolle bei der Resistenz spielt ein Enzym (Eiweiß), die 6-Hydroxy-Methyl-Guanin-Methyltransferase (MGMT). Es repariert die von der Therapie hervorgerufenen DNS-Schäden und wirkt ihr so entgegen

 

Welche unerwünschten Nebenwirkungen kann eine Chemotherapie haben?

Aktuelles

CeTeG-Daten vom SNO

Chemotherapie aus CCNU und TMZ zeigt signifikanten Überlebensvorteil

> mehr

NOA-Jahrestagung II

Update zu laufenden und geplanten NOA-Studien und Zukunftsvisionen

> mehr

NOA-Jahrestagung I

Neues von der WHO-Klassifikation der Hirntumoren

> mehr