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Hirntumor-Informationstag 2018

Epilepsietherapie

Epileptische Anfälle bei Hirntumorpatienten

Bei 60 Prozent der Patienten mit einem primären Hirntumor sind epileptische Anfälle das Erstsymptom der Erkrankung. Bei weiteren 10 bis 20 Prozent der Hirntumorpatienten treten im weiteren Verlauf der Erkrankung Anfälle auf. Bestimmte Hirntumoren sind häufiger mit Anfällen verbunden als andere. So sind mindestens 75 Prozent der Patienten mit Oligodendrogliomen und Gangliogliomen von epileptischen Anfällen betroffen, 60 bis 70 Prozent der Patienten mit differenzierten Astrozytomen, 15 bis 20 Prozent mit cerebralen Metastasen und 15 Prozent der Patienten mit primären ZNS-Lymphomen. Auch sind bestimmte Tumorlokalisationen mit einer höheren Anfallsbereitschaft assoziiert. [Auszug aus Brainstorm]

 

Epileptische Anfälle bei Hirntumorpatienten sind generell fokale Anfälle, da sie von einem umschriebenen Herd (latinisch „focus“) ausgehen, dem Hirngewebe um den Tumor. Sie können als einfach-fokale Anfälle oder als fokal beginnende, sekundär generalisierte Grand mal („großes Übel“) mit Bewusstseinsverlust auftreten.

 

Ein Anfall selbst dauert meist nicht länger als 30 bis 90 Sekunden. Da jedoch oft im Anschluss an einen Anfall eine Funktionsstörung des Gehirns bestehen kann, die z.B. eine Phase der Reorientierung oder einen „Terminalschlaf“ nach einem großen Anfall bedingt, empfinden Beobachter die Zeitdauer des Anfalls oftmals als länger.

Behandlung epileptischer Anfälle

Durch die Gabe von Antiepileptika wird das Wiederholungsrisiko für weitere Anfälle verringert. Häufig ist es jedoch ein langer Weg, bis der Betroffene das für ihn richtige Medikament in der optimalen Dosierung gefunden hat. Dieser Weg sollte gemeinsam mit einem erfahrenen Neurologen oder Epileptologen gegangen werden. Insbesondere für eine Zweitmeinung oder wenn es Probleme mit der Einstellung der Antiepileptika gibt können sich Patienten auch an eines der zertifizierten Epilepsiezentren in Deutschland wenden.

Epileptische Anfälle und Führerschein

Das Straßenverkehrsgesetz besagt im §2, dass nur derjenige ein Kraftfahrzeug führen darf, der die notwendigen körperlichen und geistigen Anforderungen erfüllt, also fahrtauglich ist. Die erhöhte Wahrscheinlichkeit eines epileptischen Anfalls steigert durch den Verlust des Bewusstseins oder der Kontrolle bestimmter Körperfunktionen während eines Anfalls das Unfallrisiko hinterm Steuer drastisch. Um den Patienten und andere Straßenverkehrsteilnehmer zu schützen, wurden von der Bundesanstalt für Straßenwesen deshalb Begutachtungs-Leitlinien zur Fahreignung (2009) festgelegt. Sie dienen als Entscheidungsgrundlage für die Beurteilung der Fahrtauglichkeit von Patienten mit epileptischen Anfällen.

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