Offene Ohren, helfende Hände: Selbsthilfe tut gut

Im Gespräch mit Christine von der Selbsthilfegruppe Mainz

Christine

Hallo Christine! Wann bist du das erste Mal mit dem Thema Hirntumor-Selbsthilfegruppe in Berührung gekommen?

 

Ich bin selbst 1996 an einem Keilbeinflügelmeningeom erkrankt und leide bis heute unter den Spätfolgen des Tumors und der Operation. Ich habe mich damals sehr allein gefühlt mit meiner Krankengeschichte – auch die Deutsche Hirntumorhilfe gab es damals ja noch gar nicht! Ich schloss mich in meiner damaligen Heimatstadt Ludwigshafen einer Selbsthilfegruppe an – ein Glück, dass es die gab! Die Gespräche mit anderen Betroffenen haben mir sehr geholfen und sind ein wichtiger Bestandteil meines Lebens geworden.

 

Du bist kürzlich umgezogen und musstest Deine Ludwigshafener Gruppe verlassen. Wie geht es jetzt weiter?


Genau, inzwischen lebe ich in Mainz. Und ja, da gab’s tatsächlich schon ein bisschen Trennungsschmerz nach all den Jahren als aktives Gruppenmitglied… Zumal ich vor meinem Umzug recherchiert habe und feststellen musste, dass es hier in Mainz keine Hirntumor-Selbsthilfegruppe gibt. Der Austausch fehlte mir dann auch gleich sehr!

Deshalb hast Du nun entschieden, selbst aktiv zu werden und eine Selbsthilfegruppe in Mainz ins Leben zu rufen.

 

Richtig. Einfach, weil ich weiß, wie sehr man von einer Selbsthilfegruppe profitieren kann. Zwar ist seit meiner Diagnose viel Zeit ins Land gegangen und in den letzten Jahren sind die Vernetzungsmöglichkeiten für Patienten immer besser geworden, trotzdem sind Hirntumoren nach wie vor eher selten und ein Schock für die Betroffenen. Zu wissen, dass man nicht allein ist mit der Erkrankung, gibt einfach Kraft. Selbsthilfe tut gut!

 

Wie bist du Dein Vorhaben angegangen?

 

Ich habe Unterstützung von der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (KISS) hier in Mainz, wofür ich sehr dankbar bin. Auch mit dem Uniklinikum stehe ich in Verbindung und habe die Möglichkeit, dort per Flyer und Aushang auf die Treffen aufmerksam zu machen.

 

Wen möchtest du mit dem Gruppenangebot erreichen?

 

Angehörige von Hirntumorpatienten und Betroffene sind natürlich gleichermaßen willkommen!  Aktuell sind wir ungefähr zu viert, treffen uns jeden zweiten Freitag im Monat um 18:00 und würden uns über neue Gesichter und Impulse freuen!

 

 

Christine engagiert sich auch regelmäßig auf den Hirntumor-Informationstagen

Kontakt

Weitere Informationen und Kontaktdaten stellt die Deutsche Hirntumorhilfe unter der Telefonnummer: 0341.5909396 zur Verfügung.

Aktuelles

CeTeG-Daten vom SNO

Chemotherapie aus CCNU und TMZ zeigt signifikanten Überlebensvorteil

> mehr

NOA-Jahrestagung II

Update zu laufenden und geplanten NOA-Studien und Zukunftsvisionen

> mehr

NOA-Jahrestagung I

Neues von der WHO-Klassifikation der Hirntumoren

> mehr